Reisebericht einer Bootsüberführung von Stefan Ruppelt
„Es geht doch nicht ohne…“
Nachdem wir Ende ´24 unsere heißgeliebte „Blues“ (Dehler 28, doch zu eng geworden) verkauft hatten, waren wir lange gleichzeitig auf der Suche und unsicher, ob überhaupt noch einmal…
In Lelystad, im südlichen Ijsselmeer/Markermeer, wurden wir dann doch noch fündig, eine super gepflegte Bavaria 32. Die Überführung in die Ostsee stand nun an, genau so wie die „Blues“ damals, die wir auch am Ijsselmeer gekauft hatten. Von dieser Überführung hier ein Reisebericht.
Am 28.07. starteten wir in Lelystad, wenig Wind , viel Sonne, geplant war die Stehende Mastroute durch Friesland nach Delfzijl, von dort nach Helgoland, und dann über Cuxhaven in den Nordostseekanal, Ziel war Kiel. Da wir aber in Kiel keinen Liegeplatz mehr hatten, mussten wir noch etwas weiter, wir liegen jetzt in Maasholm.
Leider konnten wir insgesamt nur wenig segeln, kaum Wind, dafür umso mehr Sonne. Übers Ijsselmeer ging es zunächst nach Lemmer, und damit in die Staande Mastroute, nördlicher Teil. Viele Kanäle, Brücken, Schleusen und schöne friesische Orte warteten auf uns. Von Lemmer ging es über Sneek (Umweg wegen Brückenbau) nach Leeuwarden und dann vorbei am Lauwersmeer nach Groningen. Andrea und ich waren zu zweit gestartet, Birte kam in Groningen dazu. Birte ist nach ihrer Zeit im Opti und im 420er (KSGH, mit Ina Brunotte) noch immer als Trainerin und in der Regattaszene aktiv, zur Zeit segelt sie die J70 Mixed-Plus WM in Kopenhagen für den Flensburger Segelclub. Von Groningen ging es dann in Richtung Delfzijl, also zur Emsmündung.
Das Tablet war natürlich immer dabei (Seekarten auch!), das Programm ORCA leistet hervorragende Dienste. In die Emsmündung gelangten wir dann durch die Seeschleuse und übernachteten dort in der Marina „Neptunus“, die Hafenmeisterin dort ist der Hammer. Am nächsten Morgen ging es weiter, um drei Uhr mit ablaufend Wasser Richtung Helgoland, Vollmond gefolgt von Sonnenaufgang, ein Traum.
Die Überfahrt war problemlos, Ankunft 16 Uhr, auf Helgoland dann natürlich im Päckchen, Klettern war angesagt, na ja, fünf Boote gehen ja noch…Das Klettern wurde aber mit dem obligatorischen Pannfisch in der „Bunten Kuh“ belohnt. Am nächsten Morgen ging es weiter, Ziel Cuxhaven mit auflaufend Wasser erreichen, den dortigen Segelclub (Seglervereinigung Cuxhaven) kannten wir schon von Regatten. Auch diese Überfahrt verlief ohne Probleme, es blieb noch Zeit für Eis und Cappuccino…Weiter am nächsten Tag, auf zum NOK. Wir hatten Glück, unsere Wartezeit vor der Schleuse in Brunsbüttel betrug 10 Minuten, das kannten wir auch ganz anders.
Der NOK ist dann langweilig und interessant zugleich, immer geradeaus und immer viel zu sehen. Am Ende, gegen 22.30 Uhr, hatten wir uns schon auf eine Übernachtung im Kanal bei Holtenau eingestellt, sahen wir, dass wir auf die Schleusenvorbereitung und dann die offene Schleuse zufuhren. Nach kurzem Funkkontakt nahmen sie uns noch mit, eigentlich sollte nur noch ein Schlepper geschleust werden, noch mehr Glück, gar keine Wartezeit!
Die Nacht verbrachten wir dann mit etwas Wehmut in „unserem“ alten Hafen Stickenhörn, aber zur Zeit gibt es da keine Plätze. Der nächste und damit letzte Tag, Dienstag 04.08., brachte uns dann mit einem kurzen Schlag nach Maasholm in der Schlei. Dort können wir bis zum Ende der Saison liegen, mal sehen, ob es nächstes Jahr wieder einen Platz für uns in Kiel gibt













